Tipps und nützliche Infos für Existenzgründerinnen

Der Businessplan

Der Businessplan stellt den genauen Fahrplan zur Realisierung der Ihrerseits festgelegten Ziele Ihres Unternehmens dar. Bitte denken Sie vor der eigentlichen Startphase unbedingt daran, einen umfangreichen und profund durchdachten Businessplan zu erstellen. Tatsache ist, dass das Fehlen eines Businessplans als eine der Hauptursachen für das Scheitern von Jungunternehmern gilt. Der Businessplan soll in diesem Sinne die konkreten Ziele zur Umsetzung der Geschäftsidee abstecken und beinhalten sowie jenen Weg genau abzeichnen, der zur Erreichung der beschriebenen Ziele gegangen werden muss.

Wir, vom Team frauengruenden.at, geben Ihnen Tipps, was hinsichtlich der Erstellung eines fundierten Businessplans alles zu beachten ist, wie er aufgebaut und was er enthalten soll. Lesen Sie sich unsere Informationen gründlich durch. Bei etwaigen Fragen können Sie sich jederzeit gerne an uns wenden.

Wie einleitend bereits angesprochen wurde, hält der Businessplan die Geschäftsidee eines Unternehmens, die damit verbundenen Ziele und Maßnahmen sowie zukünftige Planungen schriftlich fest. Durch einen derartigen Plan wird sofort klar und verständlich, ob sich die beschriebene Geschäftsidee lohnt – wenn ja, unter welchen Bedingungen – und ob sich diese überhaupt als finanzierbar erweist. Dementsprechend muss die Geschäftsidee aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden, denn nur durch eine gesamthafte Bearbeitung der Idee können Alternativen evaluiert sowie Schwachstellen des Konzeptes erkannt werden. Weiters ist festzuhalten, dass ein Businessplan nicht nur dem Jungunternehmer selbst Aufschluss über die Realisierungsmöglichkeiten seiner Geschäftsidee gibt, sonder dieser eine fundierte Beurteilungsgrundlage für potenzielle Investoren, Kreditgeber oder Förderstellen darstellt. Ein valider Businessplan, der die soeben genannten Geldgeber vom Erfolgspotenzial der jeweiligen Geschäftsidee überzeugt, wird dem Jungunternehmer zu Förderungen und Geldmittel verhelfen.

Ein Tipp am Rande, wie auch Sie Kosten einsparen können, wäre das Zurückgreifen auf ein Gratis Webdesign für Ihre Firmenhomepage – dies im Gegensatz zu einer kostspieligen Umsetzung seitens einer Webdesign Agentur.

Was die Erstellung eines Businessplans betrifft, so ist besonders auf einen strukturierten, geordneten und vor allem verständlichen Aufbau zu achten. Der Jungunternehmer muss die jeweiligen Bestandteile eines Businessplans, wie Unternehmensziele, Marketing, Vertrieb etc., so aufbauen, beschreiben und darstellen, dass sie aus Sicht des Lesers verständlich und konsistent erscheinen. Klarheit, einer sich durch den gesamten Businessplan ziehender roter Faden sowie Präzision und Sachlichkeit sollten einen Businessplan auszeichnen. Die Formulierungen und Beschreibungen der Bestandteile des Businessplans sollten sich dabei stets nur auf das Wesentliche beschränken. Ausschweifungen und unnötige Anmerkungen sind uninteressant. Fazit: Ein Businessplan sollte jeden Punkt knapp, aber vollständig beschreiben und so verfasst sein, dass dieser auch für den technischen Laien verständlich erscheint.

In unseren vorherigen Absätzen war nun mehrmals die Rede von sogenannten „Bestandteilen“ eines Businessplans. Dabei handelt es sich die relevanten Punkte, die in strukturierter Form im Businessplan unbedingt enthalten sein müssen und Ihre Geschäftsidee aus unterschiedlichen Blickwinkeln, sei es u.a. aus der Sicht des Marketings oder des Vertriebes, fundiert betrachten. An folgend präsentieren wir Ihnen einen Gliederungsvorschlag für Ihren Businessplan:

  1. Executive Summary (Unternehmenskonzept): Hier stellen Sie prägnant und präzise Ihre Geschäftsidee dar, beschreiben Sie Umsetzung, den finanziellen Aufwand sowie den dafür notwendigen Zeitrahmen. Im Wesentlichen sollten hier die jeweiligen Bestandteile kurz zusammengefasst werden, damit der Leser bei alleinigem Betrachten des Executive Summarys bereits Aufschluss über das Konzept der Geschäftsidee erhält. Beispiel: Sie möchten ein Geschäft eröffnen, das sich auf den Verkauf von Handtaschen spezialisiert? Dann stellen Sie in Ihrem Executive Summary klar und deutlich heraus, wie Ihre Gesachäftsidee gestaltet ist, wie Sie die Finanzierung Ihres Geschäfts planen und wie Sie damit Erfolg verzeichnen möchten.
  2. Persönliche Daten: Dieser Punkt gibt Ihnen die Möglichkeit, einige Worte über sich selbst zu verlieren, sei es über das Alter, den Familienstand, die Schul- und Ausbildung sowie das Motiv und den spezifischen Grund für Ihre Unternehmensgründung. Dies stellt besonders für Investoren einen wesentlich interessanten Bestandteil dar.
  3. Unternehmensdaten: Hier gehen Sie besonders auf den Namen Ihres Unternehmens, das Gründerteam, die Mitarbeiter, die Branche sowie die jeweilige Rechtsform genauer ein. Der geplante Umsatz und der Standort Ihres Unternehmens können hier ebenso mit einfließen. Sie können im Rahmen dieses Punktes bereits kurz auf Ihre Geschäftsidee und den damit verbundenen Zweck verweisen. Dies ist jedoch nicht zwingend nötig, da der Businessplan für diesen Aspekt einen eigenen Punkt vorsieht.
  4. Marktleistung / Produkt- bzw. Geschäftsidee: Im Rahmen dieses Punktes beschreiben Sie ausführlich und äußerst präzise Ihre Geschäftsidee. Sie können dabei ebenso auf dessen Herkunft, das USP (= Unique Selling Proposition ; Alleinstellungsmerkmal), den Ursprung dieser Idee und alle damit verbundenen relevanten Informationen eingehen. Dem Leser muss klar werden, was genau Sie anbieten möchten. Sollten Sie sich für das Berufsbild Altenpflegerin entschieden haben, so beachten Sie bitte, das sie hierfür eine besondere Ausbildung benötigen. TiPP: Denken Sie immer daran, dass Ihre Geschäftsidee originell sein muss – besonders, wenn es sich dabei um ein Produkt handelt, das Sie vertreiben möchten oder mit dem Sie Gewinnabsichten haben. Ein gutes Beispiel hierfür wäre www.froheernte.org – ein Online-Spiel, in dem es darum geht, eine Farm mit Tieren, Pflanzen, Obst und Gemüse zu bewirtschaften. Tausende Menschen spielen dieses Spiel – eine perfekte Idee also, mit der sich Erfolg verzeichnen lässt. Ein weiteres Beispiel stellt Youtube dar – eine Plattform für allgemeine und lustige Videos. Es geht auch manchmal darum, der erste auf dem Markt zu sein. Was den Bereich Videos betrifft, so ist Youtube der klare Vorreiter.
  5. Zielgruppen: Hier beschreiben Sie, welche Zielgruppen Sie mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistungen ansprechen möchten. Gehen Sie auch darauf ein, wie Sie diese Zielgruppe erreichen können.
  6. Märkte und Marktchancen: Auf welchen Märkten möchten Sie tätig sein? Wollen Sie Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung regional, national oder international vertreiben? Genau die Beantwortungen dieser beiden essentiellen Fragen sollten in diesem Punkt des Businessplans enthalten sein.
  7. Wettbewerber / Konkurrenz: In diesem Punkt sollten Sie dem Leser eine genaue Übersicht etwaiger Konkurrenten Ihres Unternehmens sowie Ihrer Geschäftsidee präsentieren. Beschreiben Sie die Wettbewerber, die ebenfalls in Ihrem Tätigkeitsfeld operieren: Welche Produkte und Dienstleistungen bieten Sie an? Welche Stärken und Schwächen weisen meine Konkurrenten auf? In welcher Hinsicht besitze ich einen wertvollen Vorteil gegenüber meinen Konkurrenten und wie kann ich diesen bestmöglich für mich nutzen?
  8. Kernkompetenzen: Dieser Punkt bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre persönlichen Kernkompetenzen zu beschreiben. Es handelt sich dabei um Fähigkeiten, die Sie im Vergleich zur Konkurrenz besser ausführen und dadurch einen Wettbewerbsvorteil erlangen können. Wichtig ist dabei folgendes: Sie können nur von einer Kernkompetenz sprechen, sofern die Fähigkeit dem Kunden einen bestimmten Wert / Zusatznutzen bringt, die Fähigkeit für die Konkurrenz schwer zu imitieren ist, sie selten / rar ist und die Fähigkeit in den Lernprozessen und dem Wissen einer Organisation begründet, d.h. nicht offensichtlich ist.
  9. Marketingstrategie: Dieser Bestandteil ist so zu beschreiben, dass Sie das Marketingvorhaben für Ihre Geschäftsidee mithilfe des Marketing-Mix beschreiben. Dies bedeutet, dass Sie die Produkt-, Preis-, Vertriebs- und Kommunikationsstrategie beschreiben müssen.
  10. Vertriebsstrategie: Obwohl dieser Aspekt bereits im Marketing-Mix der Marketingstrategie unter Punkt 9 behandelt wird, ist es zu empfehlen, dem Bereich „Vertrieb“ einen eigenen Punkt im Rahmen dieses Businessplans zu widmen. Hier beschreiben Sie, was Sie genau unternehmen wollen, um Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung erfolgreich zu vertreiben: Welche Mittel sind notwendig? Welchen Weg schlage ich diesbezüglich ein? Habe ich die nötigen Vertriebskanäle oder sind diese von der Konkurrenz besetzt?
  11. Personalplanung: Machen Sie in diesem Punkt dem Leser klar, wie viele Mitarbeiter Sie bei Gründung des Unternehmens beschäftigen möchten. Gehen Sie in dieser Hinsicht auch darauf ein, für welche Tätigkeitsbereiche Sie Mitarbeiter benötigen. Darüber hinaus können Sie auch Ihre mittelfristige Personalplanung ansprechen und kurz aufzeigen.
  12. Zukunftsaussichten: Dieser Punkt gibt Ihnen die Möglichkeit, über die zukünftige Entwicklung der Branche, in der Sie tätig sind, einige Worte zu verlieren. Beschreiben Sie auch einen eventuell vorhandenen Innovationsvorsprung Ihrerseits gegenüber der Konkurrenz. Wenn Sie beispielsweise ein Hotel in Hinterglemm eröffnen möchten, so ist es wichtig, abzuwägen, ob Sie im Rahmen der Hotelbranche an diesem soeben genannten Ort potenzielle Zukunfts- und Erfolgsaussichten haben. Stellen Sie sich dabei folgende Fragen: Wie viele Hotels gibt es dort bereits? Was ist deren Schwerpunkt? Wie groß bzw. wie müsste Ihr Hotel allgemein gestaltet sein, um sich gegen die anderen bereits bestehenden behaupten zu können?
  13. Risikomanagement: Im Rahmen Ihrer Unternehmenstätigkeiten können Sie nicht nur Erfolgen sondern auch Risiken begegnen. Aus diesem Grund ist es besonders essentiell, sich schon vorweg zu überlegen, welche Risiken können auftreten und wie kann ich diesen bestmöglich entgegenwirken. Wie gehe ich an diese heran und was kann ich dagegen unternehmen?
  14. Zeitlicher Fahrplan: Geben Sie dem Leser in diesem Punkt Aufschluss über die zeitliche Planung Ihres Unternehmens. Teilen Sie Ihren Plan in drei Aspekte, nämlich kurz, mittel- und langfristig und stecken Sie die dafür jeweiligen geplanten Ziele ab. Wo will ich in 3 Jahren stehen? Welche Tätigkeiten und Planungen fallen nächstes Jahr an? Dies soll unter Punkt 14 ausführlich dokumentiert und beschrieben werden.
  15. Investitions- und Finanzierungsplan: Folgende Punkte sollten darin enthalten sein: Planbilanz, Plan Gewinn- und Verlustrechnung (Übersicht), Plan Gewinn- und Verlustrechnung (detailliert), Kennzahlen wie Rentabilität / Liquidität / Finanzstruktur und Produktivität, Liquiditätsplan sowie Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan. Wir empfehlen eine dreijährige Planung, wobei im ersten Jahr auf Monatsbasis, im zweiten Jahr auf Quartalsbasis und im dritten Jahr auf Halbjahresbasis geplant werden sollte.


Bitte beachten Sie, dass der Punkt „Investitions- und Finanzierungsplan“ präzise durchdacht werden sollte, denn die Finanzplanung entscheidet über die Überlebensfähigkeit Ihres Unternehmens. Machen Sie sich bereits vor Anfertigung Ihres Businessplans Gedanken zu folgenden Fragen:

  • Wie viel Kapital benötige ich zum Zeitpunkt des Unternehmensstarts?
  • Wie hoch gestaltet sich der laufende Kapitalbedarf?
  • Wie bringe ich diese Geldmittel auf?
  • Wann wird der Break Event Point erreicht?
  • Wie hoch ist der zu erwartenden Gewinn bzw. Cash Flow?

Was das Layout des Businessplans betrifft, so verzichten Sie auf etwaige bildhafte oder abstrakte Verschönerungen wie z.B. das Einfügen einer Blume. Halten Sie Ihren Businessplan eher einfach – höchstens versehen mit dem Logo Ihres Unternehmens bzw. Produktes.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Erstellung Ihres Businessplans. Bei etwaigen Fragen können Sie uns jederzeit gerne kontaktieren.